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Erntebericht 2016

Erstellt von Karl Schmitz SchapfenMühle GmbH & Co. KG Franzenhauserweg 21, 89081 Ulm-Jungingen

Getreideernte vor dem Getreidesilo der SchapfenMühle

Gutes Wachstum, enttäuschende Erträge!
Rückblickend war der Winter in Deutschland 2015/16 erneut außergewöhnlich mild. Es war der wärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen von 1881. Etwas Winter gab es dennoch. Anfang Januar im Nordosten und im zweiten Januar-Drittel auch im Süden. Obwohl das auflaufende Wintergetreide durch das milde und wüchsige Herbstwetter oftmals überdurchschnittlich weit entwickelt war, hat es die kalte Winterung des Januars in weiten Teilen Deutschlands gut verkraftet. Anschließend war es im Süden lange zu trocken, im Norden und Osten gab es eher zu viel Regen. Die Monate Mai und Juni waren geprägt von längeren Regenperioden und hohen Niederschlagsmengen, regionalen Unwettern und weniger Sonnenstunden. Laut dem Bauernverband standen die Pflanzen teilweise buchstäblich im Wasser. Die Wurzelausbildung war unzureichend und die Kornfüllung schlecht. Hinzu kam ein hoher Krankheitsdruck infolge der ständig feuchten Bestände. Die Ackerbauern konnten bei dauernd nassen Böden nicht immer rechtzeitig die Krankheiten durch Pflanzenschutzmaßnahmen bekämpfen. Aufgrund schwieriger Vegetationsbedingungen sind die Ernteergebnisse aller Getreidearten enttäuschend. Landesweit werden die Bauern circa 9 - 15 Prozent weniger Getreide ernten als im Vorjahr. Besonders betroffene Betriebe verlieren um die 25 Prozent des Getreideertrags.
Die Getreideernte 2016 ist in Deutschland sehr heterogen ausgefallen. Die Getreidequalitäten fallen von Nordosten nach Südwesten deutlich ab. In diesem Jahr sind die Körner kleiner, das wirkt sich negativ auf das Korngewicht aus. Es werden mehr Körner als sonst benötigt, um eine entsprechende Menge Mehl daraus zu mahlen. Die Mühlen müssen großen Aufwand treiben, um die Partien zu analysieren und separieren. Im Südwesten sind vergleichsweise hohe DON-Werte zu erkennen. Aufgrund der schlechteren Qualitäten war in der laufenden Getreideernte das Abgabeverhalten von Landwirtschaft und Handel im Südwesten Deutschlands sehr zurückhaltend. Gute Partien bleiben beim Landwirt.
Die diesjährige österreichische Getreideernte hat mit 3,7 Mio. ts ein Plus von ca.16 % zum Vorjahr. Die Weizenqualitäten sind in Ordnung, wobei lediglich der Proteingehalt etwas geringer ist, aber von insgesamt guter Qualität.
Englische Landwirte melden geringere Erträge wegen geringerer Hektolitergewichte. Sie verzeichnen hohe Fallzahlen. Die Eiweißgehalte der Backweizensorten entsprechen gut den Mühlenanforderungen.
Die Franzosen sprechen von einer katastrophalen Getreideernte wegen ständiger Regenfälle, Überschwemmungen und zu wenig Sonnenschein. Das Getreide ging ins Lager und wurde von zahlreichen Pilzkrankheiten befallen. Die Erträge sind bis zu 30 % geringer zum Vorjahr. Somit fällt Frankreich als Exporteur von Weizen nahezu aus. Es ist das einzige EU-Land mit solch massiven Ertragseinbußen.
Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat ein globales Weizenaufkommen in 2016 von insgesamt 743 Mio. ts ermittelt und damit die höchste Welt-Erntemenge aller Zeiten erreicht. Eine höhere Ernte in den USA, aber vor allem in Russland, Ukraine und Kasachstan beeinflussen die Erntebilanz. Die Gründe in diesen Ländern sind optimale Wetterbedingungen und vor allem zunehmend intensiverer Anbau. Auch in Argentinien, Kanada und Australien kann von einer höheren Produktion im Wirtschaftsjahr 2016/17 ausgegangen werden. Eine geringere Ernte in der EU beeinflusst zumindest aus globaler Sicht nur marginal die Weltproduktion. Die EU war in den letzten Jahren der größte Weizenexporteur. Man rechnet, dass Russland heuer diese Position einnehmen wird. Eine Entwicklung, die man noch vor kurzem als völlig unrealistisch eingeschätzt hätte.

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