Stammbaum und Kreuzungen

Untersuchungsmethoden: Analysemethoden

Pflanzenzüchter behelfen sich damit, dass sie das Pedigree (=Stammbaum) der Sorte angeben. Damit informieren die Pflanzenzüchter über die genetische Abstammung und die Kreuzungseltern.

Die Dinkelzüchtung verfolgt heute zwei Ziele: Zum einen wird versucht, möglichst "reine" Dinkelsorten zu züchten, die weitgehend frei von Weizenanteilen sind. Als Eltern werden meist reine Dinkelsorten verwendet, häufig wird mehrfach mit reinem Dinkel rückgekreuzt und anschließend auf typische Dinkeleigenschaften selektiert.

Zum anderen wird versucht, eine möglichst schnelle Verbesserung agronomischer Eigenschaften (insbesondere höherer Ertrag) zu erreichen. Dies ist relativ leicht zu erzielen mit der Einkreuzung von Weizen. Wenn es etwas Neues im Bereich Dinkel gibt und z.B. die Ernteerträge um 10-15% höher sind, kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Dinkel mit Weizen gekreuzt wurde. Das Pedigree der Sorte gibt darüber Aufschluß.

Alte Sorten (im Volksmund wird hier auch von Urdinkel gesprochen) sind in der Regel auch irgendwann mal mit Weizen gekreuzt worden, aber es kommt eben darauf an:

  • was wurde gekreuzt
  • in welche Richtung wurde selektiert
  • wie reagieren die Menschen auf die verschiedenen Sorten
  • wie viele Rückkreuzungen und mit welchen Dinkelsorten

 Durch gezielte Kreuzung und Selektion kann der Weizenanteil im Dinkel bis zu einem gewissen Grad minimiert werden. Das genetische Material von Dinkel wird jedoch nie 100 % frei von Weizengenen sein! Eine hohe genetische Reinheit sollten gute Dinkelsorten haben, um pilzfreie Ware produzieren zu können. Diese Eigenschaften sind Anzeichen von "typischem Dinkel" oder "Urdinkel" und auf diese Eigenschaften sollten Verbraucher beim Kauf von Dinkel oder Dinkelgebäcken achten. Typischer Dinkel muss nicht zwangsläufig eine alte Sorten sein, auch Zulassungen der letzten Jahre weisen günstige Eigenschaften auf.

Hierzu zählen z.B. die Sorten:

  • Ostro von der Eidgenössischen Forschungsanstalt Zürich-Reckenholz
  • Oberkulmer Rotkorn Auslese einer alten Schweizer Landsorte
  • Franckenkorn eine Rückkreuzung aus alten Sorten
  • Schwabenkorn eine Rückkreuzung aus Roter Tiroler der Universität Hohenheim
  • Bauländer Spelz, der hauptsächlich der Grünkerngewinnung dient

 

Es gibt heute aus wirtschaftlichen Gründen sehr viele Dinkelsorten, die einen hohen bis weizenähnlichen Ertrag dem Landwirt bringen. Doch hier ist Weizen in Dinkel bis zu 50 % eingekreuzt. Hier stellt sich die Frage, ob hier die typischen Eigenschaften noch vorhanden sind. Untersuchungsmethoden zur Unterscheidung von reinen Dinkelsorten und Dinkel-Weizen-Kreuzungen liegen vor, liefern aber noch nicht in allen Bereichen eindeutige Ergebnisse. Am besten geeignet ist die Elektrophorese, mit der sich auf der Basis unterschiedlicher Proteinfraktionen die genetische Distanz ermitteln lässt.

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