Vermarktung von Dinkel

 

Von entscheidender Bedeutung für die Bereitschaft des Verbrauchers, für Dinkel-Produkte mehr Geld auszugeben, ist die Reinheit des Ausgangsprodukts. Reinheit muss in zweifacher Hinsicht definiert werden, nämlich im Sinne des „reinen Dinkels“ (genetische Reinheit) und der Freiheit von Vermischung mit Weizen (technische Reinheit). „Alte“ Dinkelsorten entstammen in der Regel Kreuzungen zwischen Weizen und Dinkel mit wechselnder Zahl von Rückkreuzungen, was klar macht, dass „alt“ nicht „rein“ bedeutet. Zur Differenzierung könnte vom typischen Dinkel gesprochen werden.

Mit bekannten herkömmlichen Analysemethoden lässt sich das Phänomen „guter Dinkel“ bislang nicht hinreichend fassen. Wohl gibt es Studien zum genetischen Abstand zwischen Weizen und Dinkel, bei denen auch die Kreuzungen differenzierbar sind.

Dinkel wird oft mit Bio in Zusammenhang gebracht oder gleichgestellt. Das ist er nicht zwangsläufig, auch wenn er für Bioanbau gut geeignet ist. Nach heutiger Einschätzung teilt sich der Markt zu ca. 70 % in konventionellen und ca. 30 % in Bio-Dinkel auf.

Die Vermarktungswege sind beim Dinkel nach wie vor unverändert. Der größte Teil geht in Richtung Bäckereien. Produkte aus Dinkel tragen im Bäckergeschäft ein Stück zur Vielfalt bei und machen das Bäckerbrotregal noch attraktiver für den Endverbraucher. Im Lebensmittelhandel findet Dinkel als Mehl, Korn oder Flocken abgepackt seine Kunden. Auch die Lebensmittelindustrie nimmt Dinkel ab (z. B. Nudelherstellung). Bei Bio-Dinkel gehören neben Bäckereien Naturkostläden zu den Abnehmern.

Bei den Sorten ist in Deutschland weiterhin Franckenkorn der Spitzenreiter.

Schapfen Schwabenkornbrot und Dinkeljoghurtbrötchen

In den beiden Leitsätzen für Brot und Kleingebäck und Feine Backwaren ist definiert, dass Gebäcke, die als Dinkel ausgelobt werden, mind. 90 % Dinkelgetreide, auf Gesamtmahlerzeugnisse berechnet, enthalten müssen. Dies sollte auch deswegen eingehalten werden, oder sogar die 100 % angestrebt werden, um dem Verbraucher die vollen Vorteile von Dinkel auch zu geben. Zumischungen von Weizen zu Dinkel verbilligt das Endprodukt, führt aber zum Verlust des speziellen Vorteils von Dinkel. Dinkelkauf ist Vertrauenssache!

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