Eine Historie über Ulms ältestes, noch produzierendes Unternehmen

Von der „Mühlin unter den Fischern am Fischertor“ zur heutigen SchapfenMühle.

Mühle um 1891

Unter diesem klangvollen Namen wird die heutige SchapfenMühle 1452 erstmals urkundlich erwähnt. Sicher ist jedoch auch, dass sie wesentlich älter ist. In der Gesetzes- und Verordnungssammlung der Stadt Ulm, dem „Roten Buch“ von 1440 ist von der „Wittingers Mühle“ die Rede und dieser Heinrich der Wittinger aus dem Staufergeschlecht war wohl der erste „Full-Service-Anbieter“ seiner Zeit für die Bauern, Bäcker und Hausfrauen, die zu ihm kamen, um Korn mahlen zu lassen. Seine Aktivitäten beschränkten sich jedoch nicht nur darauf; neben der Mühle an der Blau besaß er außerdem auch eine Badestube, beschäftigte einen Bader, einen Reiber und einen Schröpfer. Doch die Geschichte der SchapfenMühle geht noch weiter zurück. Es gilt ebenfalls als gesichert, dass bereits im 11. Jahrhundert, also zur Zeit der Königspfalz, am Fischertor an die Mauern der Pfalz angelehnt, ein Müller sein Handwerk betrieben hat und noch heute geht die Staufermauer durch die ehemalige Mühle hindurch.

 

Vom mittelalterlichen „Kinkelin“ zum Familiennamen „Künkele“

Mühle um 1928

20 SchapfenMüller-Generationen sind namentlich bekannt und gehen bis auf das Jahr 1499 zurück - auf einen Hans Kinkelin, als einen der Vorfahren der heutigen Besitzerfamilie. Der Hausname „SchapfenMühle“, heute untrennbar mit dem Namen Künkele verbunden, ist seit 1633 gebräuchlich. Carl Künkele, Müller aus Urach und Großvater des heutigen Besitzers und Geschäftsführers Heinz Künkele, erwarb die Mühle 1891 und das Unternehmen an der Ulmer Blau erlebte in der zweiten und dritten Künkele-Generation einen stetigen Aufschwung.

 

Bürgerschaftsurkunde 1891
Carl Künkele

 

 

Pfingsten 1983 – ein Großbrand als wichtige Zäsur

Mühle im Jahr 2002

Am Pfingstsonntag 1983 brennt die SchapfenMühle bis auf das Wohnhaus und den Getreidesilo am Ulmer Weinhof völlig ab. Jetzt sind unternehmerische Entscheidungen gefordert und werden mit dem Bau eines neuen Werkes, außerhalb der Ulmer Innenstadt, getroffen. Der Stadtteil Jungingen auf der Ulmer Alb – ein aufstrebender Stadtteil, der übrigens Getreideähren in seinem Wappen führt – wird die neue Heimat der SchapfenMühle. Die örtliche Nähe zu den Erzeugern der Mühlen-Rohstoffe wirkt sich dabei begünstigend für die Wahl dieses Standorts aus.

 

 

Erste voll computergesteuerte Mühle der Bundesrepublik

Nach dem Großbrand 1983 und dem damit verbundenen Umzug nach Jungingen wurden 90 km Kabel in diesem neuen Werk der Technik verlegt, um 20 verschiedene Mehlprodukte herzustellen.
Zum Jahresbeginn 1998 nahm die SchapfenMühle einen Erweiterungsbau mit 30.000 m² in Betrieb. Über vier Stockwerke werden die Warenströme in einem optimalen Produktionsfluss gesteuert. Das angrenzende vollautomatische Hochregallager mit 3.000 Palettenplätzen gewährleistet ausreichend Stellfläche für das an die Kundennachfrage angepasste Produktsortiment. Die neu erbaute SchapfenMühle entwickelt sich rasch zu einem modernen Unternehmen mit vorbildlicher Organisationsstruktur. Sie verfügt über eine moderne Versuchsbäckerei und ein perfekt ausgestattetes Labor. Drei Großrechner sind in Deutschlands erster voll computergesteuerten Mühle in der Lage, 17.000 Befehle zu verarbeiten und ca. 220 Motoren zu steuern.

 

 

Mit Höchstqualität und innovativen Ideen ins neue Jahrhundert

Zur Sicherung und für kontinuierlichen Erhalt des hohen Qualitätsstandards wird in der SchapfenMühle stetig gebacken, kontrolliert, analysiert. Als leistungsfähiger Veredler von Mehl bringt die SchapfenMühle hochwertige Brotback-Kreationen und -Füllungen auf den Markt. Mit Backmischungen erster Güte, Dinkelprodukten und Reformkost hat sich die SchapfenMühle längst einen Namen, nicht nur im süddeutschen Raum, gemacht.

 

 

Indikator für künftiges Wachstum – der neue Getreidesilo

Der Getreidesilo in Ulm/Jungingen

Nicht nur wirtschaftliche, sondern auch zukunfts- und umweltrelevante Gründe sprachen 2004 für den Bau eines neuen Getreidesilos.

  • Einsparung von Fremdlagermieten
  • Einsparung von Ein- und Ausgangsfrachten
  • erhöhte Lagerkapazitäten
  • getrennte Lagerung
  • Rückverfolgbarkeit der Rohstoffe
  • größere Mischungseinheiten aus gesteigerter Lagerkapazität
  • Photovoltaikanlage

 

 

Das „Innenleben“ des Giganten

  • Höhe 116 m
  • Haferreinigung
  • Kapazität: 10.000 Kubikmeter
  • Lagerkapazität Getreide: 8.000 t
  • Annahmeleistung 120 t / h
  • Haferreinigung 7 t / h

Direkt vom Feld oder von den Erzeugerringen wird das Getreide jetzt sortenrein in einem der modernsten Getreidesilos der Welt gelagert. So kann Getreide entsprechend dem Verwendungszweck oder individuellen Vorgaben gemischt werden und garantiert über einen langen Zeitraum hinweg Produkte von gleich bleibend hoher Qualität.

 

Interview über das größte Getreidesilo der Welt:

http://www.youtube.com/watch?v=w5fIB8RpZ9U

 

 

Um Platz für weiteres Wachstum zu schaffen, erweitert die SchapfenMühle 2005 ganz in der Nähe an einem zweiten Standort in Dornstadt. Der Bereich Bäckergeschäft zieht um und bekommt dort eine neue Versuchsbäckerei und ein eigenes Logistikzentrum.

Schon ein Jahr später 2006 wird die Schwesterfirma CeralPAN GmbH in Betrieb genommen. Hier ist der Bereich Cerealien gebündelt. Mit der Puffing-Technologie werden Körner mittels Dampf und Druck auf ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe ausgedehnt. Dabei bleibt die Form des Korns weitgehend erhalten und es erhält eine knusprige Konsistenz. Die gepufften Körner werden entweder so belassen oder einem weiteren Veredelungsprozess, dem sogenannten „Coating“ unterzogen, in dem die Körner ihre gewünschte Umhüllung bekommen.

 

 

BioKorn – Vertrauen in Qualität

Im Jahr 2007 haben 3 Mühlen (SchapfenMühle, Heimatsmühle, und Frießinger Mühle) die Kernkompetenzen ihrer drei Traditionsunternehmen unter der neu gegründeten Gesellschaft BioKorn zusammengeführt. Die professionelle Zusammenarbeit der drei Mühlen innerhalb der BioKorn GmbH & Co. KG ermöglicht allen Kunden aus Industrie und Handel auf ein umfangreiches Sortiment an reinen Bio-Mühlenprodukten zuzugreifen.

In modernsten Produktionsverfahren und unter der Aufsicht qualifizierter Mitarbeiter gefertigt, sichert die BioKorn GmbH & Co. KG ihren Produkten auch in Zukunft absoluten Premium-Standard.

 

 

SchapfenMühle übernimmt das Lagerhaus Alb Agrar in Neenstetten

Um den Vertragsanbau in der Region auszubauen und um Fremdläger zu verringern übernimmt die SchapfenMühle kurz vor der Ernte 2010 den Betrieb von zwei Lagerhäusern des insolventen Landhandelsunternehmens Zirn. Während das Lagerhaus in Beimerstetten im Besitz der bisherigen Eigentümerfamilie geblieben ist, hat die SchapfenMühle den Betrieb in Neenstetten gekauft. Die Landwirte aus der Region können an beiden Standorten sowie wie bisher in der SchapfenMühle wie gewohnt ihr Getreide anliefern. 
Die SchapfenMühle verarbeitet hauptsächlich regionales Getreide, was ihrer Philosophie entspricht: Die Wertekette der SchapfenMühle reicht von der Aussaat – hier unterstützt sie die Landwirte gerne bei der Auswahl des Saatguts und schließt Anbauverträge mit ihnen ab – über die Ernteerfassung, die Verarbeitung und Veredelung bis hin zum Endprodukt. Alle Arbeitsschritte werden im Haus selber durchgeführt, was die Rückverfolgbarkeit vereinfacht und die hohe Produktqualität sichert.

 

 

Erweiterung des Lagerhauses in Neenstetten

Rechtzeitig zum Beginn der Erntesaison 2013 konnte die SchapfenMühle nach fünfmonatiger Bauzeit die Lagererweiterung im Lagerhaus im Neenstetter Eisental (in der Nähe des Firmenstandort Ulm-Jungingen) abschließen. Mit einer Lagerkapazität von nunmehr 12.000 Tonnen können jetzt in 18 teilweise klimatisierten Boxen sortenrein die unterschiedlichen Getreidesorten, Dinkel, Gerste, Hafer, Weizen und Raps, gelagert werden. Durch diese Maßnahme wurde die ursprüngliche Lagerkapazität verdoppelt und die Getreide-Annahmestelle modernisiert und ausgebaut.

 

 

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